Perspektivwechsel durch Umkehrhaltungen
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14.08.2017 16:34
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Kategorie: Asana, Ashtanga Yoga, Themenorientierter Unterricht

Perspektivwechsel durch Umkehrhaltungen

Perspektivwechsel durch Umkehrhaltungen
Perspektivwechsel durch Umkehrhaltungen

In Umkehrhaltungen richtest Du das Becken höher als den Kopf aus. Du findest also in einer stehenden Vorbeuge, im Hinabschauenden Hund, im Schulterstand oder im Kopfstand eine umkehrende Haltung. Die ungewohnten Bewegungen führen Deinen Kopf nach unten, in Richtung Boden.
Wir Menschen haben uns im Laufe der Zeit zu aufrecht gehenden Wesen entwickelt, haben unser Blickfeld erweitert und sind dadurch fähig geworden weiter in die Landschaft zu schauen, um nach Feinden oder Nahrung Ausschau zu halten. Es hat uns also einen Überlebensvorteil gebracht unsere Perspektive zu ändern.

Doch eine Perspektive schränkt immer ein, selbst wenn sie gewisse Vorteile mit sich bringen mag. Eine bestimmte Perspektive geht immer mit einer festgelegten Sicht auf uns und die Welt einher. Wenn Du das ganze Leben mit gesenktem Kopf umherlaufen würdest, wirst Du nie wahrnehmen können, wie die Welt über Dir, himmelwärts, aussieht. Wenn Du das ganze Leben Deinen Kopf nach rechts drehen würdest, wirst Du immer nur die Umgebung rechts von Dir erleben und nie die linke Seite. Als aufrecht gehender Mensch nimmst Du die Außenwelt anders wahr, als ein Faultier, das sich kopfüber durch einen Baum hangelt.

Du siehst die Welt also überwiegend aus Deiner persönlichen, konstruierten Sichtweise, die dadurch entsteht, dass Du als Mensch, mit bestimmten Körperstrukturen, Sinnenorganen und Fähigkeiten ausgestattet bist. Zudem bildet sich Deine Sicht durch Deine Erfahrungen, Erwartungen, Prägungen, Anschauungen, usw. Damit ist Deine Perspektive eine subjektive, nur für Dich geltende Sicht der Dinge. Deine Wahrnehmung ist wie der Blick durch eine Sonnenbrille, die nur Du selbst tragen kannst und die Dein ganz eigenes Unikat ist. Deine Sonnenbrille tönt die Welt auf eine ganz bestimmte Weise. Du erlebst die Welt um Dich herum also nicht wie sie tatsächlich ist, sondern subjektiv durch den Blick der getönten Brille. Diese Sonnenbrille ist so selbstverständlich für uns Menschen, dass wir sie kaum wahrnehmen und nur sehr selten absetzen. In der Regel sehen wir unsere gefärbte Sicht weder bei uns, noch bei anderen. Wie ein Fisch, der das Wasser nicht wahrnimmt, weil er davon umgeben ist.

Den Yogis war dieser subjektive, verzerrte und getönte Blick auf uns und die Welt bewusst, weswegen sie Körperübungen, Atemtechniken, Meditation, etc. entwickelten, um zu erkennen, dass wir die Welt durch unsere Sonnenbrille sehen und um die Färbung der Brille langsam zu lichten, sodass der Blick klar wird - für das was tatsächlich ist. Yoga ermöglicht uns demnach einen klaren, ungefärbten, ungefilterten Blick auf uns und das vermeintliche Außen.

Die Umkehrhaltungen können uns den Weg zu dieser klaren Sicht aufzeigen. Sie helfen uns zu erkennen, dass wir in der Regel nur eine, unsere ganz eigene Sicht auf die Welt habe und dass wir uns sowie die Welt um uns herum durch unsere eigene Sonnenbrille sehen. So können wir erkennen, dass es auch andere Perspektiven gibt, die uns befähigen uns anders zu betrachten. Wir drehen also unsere Sicht, wechseln unsere Perspektive und stellen uns auf den Kopf – für eine lichte und klare Sicht der Dinge. 

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