Füße - Wurzeln des Lebens
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20.05.2019 13:00
Text von Niels Gödecke
Kategorie: Ashtanga Yoga, Themenorientierter Unterricht

Füße - Wurzeln des Lebens

Bewegung braucht Orientierung

Wenn wir uns bewegen, bewegen wir unseren Körper und die unterschiedlichen Körperteile miteinander. Wir bewegen Knochen zueinander und weg voneinander. Das können wir tun, weil Knochen bewegliche Gelenke bilden, die wiederum von myofaszialen (Muskeln und Faszien) Strukturen verbunden, gehalten und bewegt werden. Unser Körper und seine vernetzten Strukturen sind eine Voraussetzung, dass wir uns so bewegen können, wie wir es tun, doch unser Körper benötigt darüber hinaus eine Orientierung, etwas mit dem er in Beziehung gehen kann, etwas mit dem er sich verbinden kann. Wir gehen diese Beziehung mit der Erde ein – mit dem Boden­ – auf dem wir stehen, gehen, sitzen und liegen. Bewegung entsteht, weil wir uns von einem Punkt entfernen und einen anderen ansteuern. Wir drücken uns von einer Stelle weg und nehmen Kontakt zu einer neuen auf. Dafür müssen sich Muskeln entspannen und andere wiederum anspannen, um die Bewegung auszuführen.

Bodenkontakt als lebenswichtige Beziehung

Der Kontakt zum Boden ist eine Notwendigkeit, damit wir uns auf die Art und Weise bewegen können, wie wir es tun. Wir müssen zwangsläufig die Beziehung zur Erde eingehen, weil die Erde eine Kraft erzeugt, die uns zum Boden zieht. Schwerkraft bewirkt, dass wir fast permanent im Kontakt zum Boden sind. Wenn wir diesen Kontakt verlieren und abheben oder fallen, dann dauert es nicht lange und wir kommen wieder in diese fundamentale Berührung. Dieser Bodenkontakt ist für uns lebenswichtig. Wir müssen die Beziehung zum Boden eingehen und langfristig aufrechterhalten, um zu leben. Die Verbindung zum Boden ist unsere innigste, intensivste, längste und abhängigste Beziehung.  

Vom verlorenen Kontakt

Unsere menschliche Anatomie hat eine einzigartige Struktur geschaffen. Diese Einzigartigkeit führt dazu, dass wir im Wachzustand hauptsächlich mit unseren Füßen Kontakt zu dem äußeren Objekt Erde aufbauen. Wir bewegen uns in der Regel auf den Füßen fort, wir stehen auf den Füßen und selbst bei der neuen Lieblingsbeschäftigung des Menschen – dem Sitzen – sind unsere Füße mit dem Boden verbunden. Unsere Füße sind das Körperteil, das diese innige Verbindung zur Erde charakterisiert. Das Verhältnis unserer Füße zum Boden hat in der modernen Welt allerdings an Bedeutung und Qualität verloren. Unser Lebensstil führt dazu, dass wir uns deutlich zu wenig bewegen. Gerade die Bewegungen mit Füßen und Beinen wie gehen, laufen und rennen sind zu selten genutzte Fähigkeiten. Zudem verpacken wir unsere Füße in Schuhwerk, das unsere Füße zwar schützend umgibt, dafür verlieren sie aber Kraft, Stabilität und Flexibilität. Hohl-, Knick-, Platt-, Senk-, Spitz- und Spreizfüße sind mittlerweile läufige Beschreibungen für suboptimale Formen der Füße, die mit zu viel Spannung und/oder zu wenig Spannung im myofaszialen System einhergehen. Physisch gesehen verursacht so ein Ungleichgewicht der Füße ein Ungleichgewicht der Gesamtstruktur. Steht unser Fundament schief, wackelig oder instabil, dann wird sich der Rest unserer Struktur daran anpassen und eine Form herausbilden, die mit dem vorhandenen Fundament zurechtkommt. Sind unsere Füße instabil, überträgt es sich auf die Knie, von den Knien in die Hüften, von dort auf die Wirbelsäule etc. und beeinflusst so unseren gesamten Körper.     

Verwurzelung macht standfest

Die Füße sind psychologisch von großer Wichtigkeit, weil sie mit der Wirklichkeit, dem Boden und der Schwerkraft in direktem Kontakt stehen. Redewendungen spiegeln die Bedeutung unserer Füße eindrücklich wider: „Jemand steht mit beiden Füßen auf dem Boden“, ist eine gängige Beschreibung für Menschen, die realistisch und pragmatisch sind, sich keinen Illusionen hingeben, ihr Leben selbst gestalten und mit den Anforderungen des Alltags sehr gut zurechtkommen. Diese Menschen stehen mit beiden Beinen im Leben, haben einen festen Stand, sodass sie nichts so schnell umwerfen kann. Sie sind geerdet und fest in ihrem Leben, in sich und mit der Erde verwurzelt. Wenn wir geerdet und unsere Füße unsere Wurzeln sind, haut uns nichts so schnell den Boden unter den Füßen weg. Mit unseren Füßen stehen wir im Leben und haben einen eigenen Standpunkt. Sind unsere Füße für uns unser Fundament, ziehen wir Kraft aus der Verwurzelung mit der Erde, dann sind wir standfest und können auf unsere Basis des Lebens vertrauen. 

Auf den Boden zurück

Es gibt also viele gute Gründe, um auf den Boden zurück zu kommen, Fuß oder Füße zu fassen und die Beziehung zu den eigenen Füßen und damit zur Erde zu vertiefen. In diesem themenorientierten Unterricht werden wir uns mit unseren Füßen vertrauter machen, sie bewegen, kräftigen, Bodenkontakt aufbauen, unseren Stand festigen und erleben, wie unsere Füße den Rest unseres Körpers beeinflussen.

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