Meditation, Pranayama, Philosophie
Yogaschule SOLIS » Kurse » Meditation, Pranayama, Philosophie

Meditation und Pranayama

Foto Solis Yogakurs

Als Menschen sind wir in der Lage unseren Atem zu regulieren. Über unser motorisches Nervensystem können wir den Atem willentlich forcieren und damit Einfluss auf unser vegetatives Nervensystem nehmen. Wir sind fähig die Frequenz, den Rhythmus, die Pausen, Atemräume, Atemwege und damit die Qualität unseres Atems zu verändern. Diese Techniken beinhalten die bewusste Kontrolle über den Atem mit Präzision und Aufmerksamkeit. Je nachdem, wie wir den Atem nutzen, treten physiologische und psychische Effekte auf. Üben wir eine Atemtechnik beispielsweise mit Betonung auf den Ausatem, stimulieren wir damit das parasympathische Nervensystem, das uns in Entspannung, Ruhe und Regeneration führt. Nutzen wir mehr die Einatmung entsteht das Gegenteil und wir aktivieren das sympathische Nervensystem, das uns mobilisiert, energetisiert und wach macht. Halten wir den Atem bewusst an, bemerken wir den Atemreflex, beobachten ihn und lernen, dass wir den Atemreflex ausdehnen können. Wir treten damit aus reflexhaften Handlungen aus und werden fähig selbstbestimmter zu agieren.  

Im Yoga kennt man eine Vielzahl solcher Atemtechniken (prāṇāyāma). Pranayama setzt sich aus Prana (Lebensenergie) und Ayama (Ausdehnung, Kontrolle) zusammen. Pranayama ist damit die Kontrolle über die Lebensenergie. Der Kontrolle des Atems wird bei Patanjali im Yoga Sutra großer Stellenwert eingeräumt. Pranayama ist dort das vierte Glied auf dem Weg zu Samadhi (Selbsterkenntnis).

In der Hatha Yoga Pradipika, einer alten und bedeutenden Schrift des Hatha Yoga, heißt es im Vers 2: „Wenn der Atem unruhig ist, ist der Geist unruhig. Wenn der Atem ruhig ist, dann ist auch der Geist ruhig und das Leben wird verlängert, also sollte man den Atem regulieren.“  

Wenn wir regelmäßig Pranayama üben erkennen wir, dass sich unterschiedliche Energien in unserem Körper ausbreiten. Wir können erfahren, dass wir wacher und klarer, aber auch ruhiger werden. Wir gewinnen körperlich und psychisch an Kraft und Selbstbewusstsein. Wir können erleben, wie Wärme in uns aufsteigt und empfinden uns als ein Gefäß, das sich füllen und leeren kann.

Wir erfahren in Pranayamatechniken Momente der Meditation sowie unendliche Weiten, wir fühlen Prana als Raum und Weite, als Licht und Wärme, oder als Pulsieren und Kribbeln. Über Atem führen wir uns in tiefe Bewusstseinszustände und erweitern unser Repertoire, um letztendlich in der Meditation zu verschmelzen. Wir lassen den Atem los, er wird ruhiger und stiller, er ist kaum noch fühlbar und dennoch sind wir ihm so nahe und so verbunden, dass ein Gefühl von Versenkung entsteht.

Termin (fortlaufender Kurs, einmal pro Woche, Einstieg jederzeit möglich):
Dienstag ab 07.05.2019 von 17:00 bis 17:45 Uhr

Kursleiterin: Angelika Gödecke

Preise online anmelden

Meditation und Philosophie

Foto Solis Yogakurs

Die Yogaphilosophie hat eine Geschichte von über 5000 Jahren. Eine Anschauung der philosophischen Vielflat des Yoga wird im Yoga Sūtra von Patañjali dargestellt. Das Yoga Sūtra wurde vor ca. 2000 Jahre verfasst. Bevor die Lehren dieser Weisheitsschrift niedergeschrieben wurden, haben die Gelehrten das Wissen mündlich an ihre Schüler weitergegeben. Für den Aṣṭāṅgā Yoga spielt das Yoga Sūtra eine große Rolle, da es die philosophische Grundlage der Praxis ist. Aṣṭāṅgā (aṣṭau = acht aṅgā = Glieder) heißt wörtlich übersetzt acht Glieder und bezieht sich auf den achtgliedrigen Pfad, den Patañjali im Yoga Sūtra beschreibt. Die acht Glieder werden folgendermaßen beschrieben:

  1. Yama – Umgang mit anderen Menschen
  2. Niyama – Umgang mit sich selbst
  3. Asana – Körperübungen
  4. Pranayama – Atemübungen
  5. Pratyahara – Zurückziehen der Sinne
  6. Dharana – Konzentration
  7. Dhyana – Meditation
  8. Samadhi – Zustand von Freude und Frieden

Nach Patañjali und dem achtgliedrigen Pfad (Aṣṭāṅgā Yoga), gehen wir in den Meditationen vom Groben ins Feine, vom Körper über den Atem, bis zu den Gefühlen und über den Geist zum Sein.

 

Foto Solis Yogakurs

Kriyā Yoga wird bei Patañjali im 2. Kapitel des Yoga Sūtra gleich zu Beginn empfohlen. Kriyā ist der Yoga der Tat – wir sollen etwas tun, wenn wir etwas verändern wollen, wenn wir uns Fragen über uns, über Leid, das Leben, den Sinn oder den Tod stellen: „Wie kann ich mein Leben ändern?“, „Wie überwinde ich Leid?“ „Welche Aufgabe habe ich im Leben?“, „Wer bin ich und was kommt nach dem Tod?“. 

Kriyā Yoga besteht aus drei Aspekten. Wir Üben mit viel Energie und Motivation, sodass unser Tun durch Engagement Feuer fängt (tapaḥ), wir tauchen über die Erkenntnislehren in die Selbsterfahrung ein (svādhyāya) und berühren voller Hingabe eine größere, universelle, allumfassende Kraft (īśvarapraṇidhāna). 

Kurze philosophische Hintergründe aus dem Yoga Sūtra sollen eine Anregung für die Meditation sein. Erleben Sie in der Meditation, was Patañjali schon vor ca. 2000 Jahre über den Menschen, den Geist und das Leben gesagt hat.

Termin (fortlaufender Kurs, einmal pro Woche, Einstieg jederzeit möglich):
Donnerstag von 17:00 bis 17:45 Uhr

Kursleiterin: Angelika Gödecke

Preise online anmelden

Kontaktdaten

Yogaschule SOLIS
Gliesmaroder Straße 1 · 
38106 Braunschweig

Tel.: +49 (0) 531 / 2 33 76 29
Mobil: +49 (0) 172 44 99 552

E-Mail: info@solis-yoga.de

Newsletter abonnieren

… und wir informieren Sie, wenn es Neues zu entdecken gibt.

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr lesen
Akzeptieren